Der Passauer Informatikdidaktiker Andreas Dengel hat Schülerinnen und Schüler virtuelle Welten testen lassen. Das Ergebnis: In allen virtuellen Umgebungen haben die Jugendlichen dazu gelernt. Ausschlaggebend für den Lernerfolg war dabei unter anderem das Präsenzerleben der Schülerinnen und Schüler, das Gefühl des ,Dort-Seins‘.
„Virtual Reality ist nicht die Lösung für alles, sondern ein neues Medium mit dem Potenzial, den Unterricht an den richtigen Stellen zu verbessern“, fasst Andreas Dengel die Ergebnisse seiner Studie zusammen. Dengel war wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF-Projekt SKILL an der Universität Passau. Im Rahmen seiner Promotion untersuchte er, welche Faktoren für den Lernerfolg in virtuellen Welten ausschlaggebend sind. Dazu ließ er 78 Schülerinnen und Schüler am Gymnasium im oberösterreichischen Schärding eine Woche lang drei virtuelle Welten zu verschiedenen Themen der Informatik testen lassen, deren Prototypen in Seminaren an der Universität Passau entwickelt wurden.
Die Ideen für die virtuellen Welten, die Dengel in Schärding getestet hat, sind in Seminaren an der Universität Passau im Rahmen des SKILL-Lehrprojekts Information and Media Literacy entstanden. Die Prototypen für die verwendeten Programme wurden gemeinsam mit den Studierenden Andrea Auer, Tobias Ettl, Markus Georgi, Patrick Urlbauer und Monika Schropp im Seminar Lernen in Virtual Realities – Konzeption und Gestaltung immersiver Lehr-/Lernrealitäten entwickelt. SKILL steht für Strategien zur Kompetenzentwicklung: Innovative Lehr- und Beratungskonzepte in der Lehrerbildung. Das Projekt diente der Weiterentwicklung der Lehrerbildung an der Universität Passau und wurde im Rahmen der gemeinsamen Qualitätsoffensive Lehrerbildung von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.
Den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler hat Dengel anhand eines theoretischen Rahmenmodells überprüft, das er zusammen mit der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Jutta Mägdefrau für das Lernen in virtuellen Welten adaptiert hat (zum Original-Paper 'Immersive Learning Explored: Subjective and Objective Factors Influencing Learning Outcomes in Immersive Educational Virtual Environments'). Mägdefrau ist Inhaberin des Lehrstuhls für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt empirische Lehr-/Lernforschung an der Universität Passau.
Die IEEE International Conference on Teaching, Assessment, and Learning for Engineering (TALE) 2018 im australischen Wollongong hatte die Arbeit mit einem Best Paper Award ausgezeichnet.