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Fragen und Antworten zur DFG-Fachkollegienwahl 2023

Die DFG-Fachkollegien haben entscheidenden Einfluss auf die Vergabe von Fördergeldern. Warum die Wahl wichtig ist, welche Forschenden der Universität Passau kandidieren und auch fachunabhängig zur Wahl stehen. 

Wer ist die DFG?

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist die zentrale Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland – eine wissenschaftsgeleitete Institution, die staatliche Mittel für die Förderung von Forschungsvorhaben einsetzt und vereinsrechtlich verfasst ist. Die Mitglieder des eingetragenen Vereins DFG sind mehrheitlich Universitäten, aber auch andere „Forschungseinrichtungen von allgemeiner Bedeutung“.

Was sind die DFG-Fachkollegien?

Die Fachkollegien der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewerten Projektanträge auf Basis der externen Gutachten. Sie kontrollieren dabei auch die Wahrung einheitlicher Maßstäbe bei der Begutachtung. Darüber hinaus beraten sie Gremien der DFG strategisch, beispielsweise durch Vorschläge zur Optimierung des Förderinstrumentariums. Für die aktuelle Wahl, die vom 23. Oktober bis 20. November 2023 läuft, hat der Senat der DFG den Zuschnitt der Fächerstruktur geprüft und bei Bedarf überarbeitet (Pressemitteilung dazu). 

Wer nimmt Einfluss auf die Zusammensetzung der Fachkollegien?

Wahlvorschläge machen zum einen die offiziellen Mitglieder der DFG, also Hochschulen, Wissenschaftliche Akademien sowie Forschungseinrichtungen und wissenschaftliche Verbände von allgemeiner Bedeutung. Zum anderen schlagen Fachgesellschaften, Fakultätentage und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft Persönlichkeiten vor. Die Spanne reicht also von unmittelbaren fachlichen Interessen, vertreten von den vorschlagsberechtigten Fachgesellschaften, über fachübergreifende Belange von Organisationen, die mehrere fachliche Bereiche bündeln, wie Akademien und Fakultätentage, bis hin zu fächerunabhängigen Einrichtungen wie Universitäten und wissenschaftspolitischen Akteuren.

Warum ist die derzeit laufende Wahl wichtig?

"Mit der Stimmabgabe kann jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler der Universität Passau Einfluss nehmen, wie die Fachkollegien der DFG besetzt sind. Das ist eine Chance, die niemand ungenutzt lassen sollte", erklärt die Innovationsforscherin Prof. Dr. Carolin Häussler. Sie ist an der Universität Passau als  DFG-Vertrauensdozentin - neben der Abteilung Forschungsförderung - Ansprechperson für Erstantragstellende und vertritt die Universität bei Zweifelsfragen und Konfliktfällen gegenüber der DFG. "Die Bedeutung der DFG-Förderung für den Fortschritt der Forschungsaktivitäten an Universitäten ist enorm", erklärt sie. Gerade deshalb sei eine hohe Wahlbeteiligung wichtig, denn die Wählerinnen und Wähler bestimmen unter anderem darüber, ob das ganze Spektrum ihres Fachs im Fachkollegium abgebildet sein wird.

Wer steht zur Wahl?

Die Kandidierendenliste 2023 umfasst 1631 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem gesamten Bundesgebiet. Zu wählen sind 649 Mitglieder in 49 Fachkollegien, die insgesamt für 214 Fächer zuständig sind.

Von der Universität Passau stehen zur Wahl:

Prof. Dr. Stefan Katzenbeisser

Prof. Dr. Stefan Katzenbeisser

forscht zu Cybersicherheit und technischem Datenschutz

Wie lassen sich kritische Infrastrukturen in einer vernetzten Welt gegen Cyber-Attacken schützen?

Wie lassen sich kritische Infrastrukturen in einer vernetzten Welt gegen Cyber-Attacken schützen?

Prof. Dr. Stefan Katzenbeisser ist Inhaber des Lehrstuhls für Technische Informatik an der Universität Passau. Er forscht zur Sicherheit von eingebetteten Systemen, zu kritischen Infrastrukturen sowie zum technischen Datenschutz. Er ist Sprecher des vom Bayerischen Wissenschaftsministerium geförderten Forschungsverbunds „ForDaySec - Sicherheit in der Alltagsdigitalisierung“. Darüber hinaus beteiligt er sich an der Forschungsinitiative „6G Research and Innovation Cluster (6G-RIC)“ sowie an Forschungsprojekten zur sicheren Mobilität. Seit November 2023 ist Prof. Katzenbeisser Vertreter des DFG-Fachkollegiums „Sicherheit und Verlässlichkeit, Betriebs-, Kommunikations- und verteilte Systeme“.

Prof. Dr. Johann-Mattis List

forscht zu Computergestütztem Sprachvergleich und Multilingualer Computerlinguistik

Wie kann man die mehr als 6000 Sprachen der Welt vergleichen und wie helfen Computermethoden dabei?

Wie kann man die mehr als 6000 Sprachen der Welt vergleichen und wie helfen Computermethoden dabei?

Der Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Johann-Mattis List hat seit Januar 2023 den Lehrstuhl für Multilinguale Computerlinguistik an der Universität Passau inne und leitet die ERC-Forschungsgruppe „ProduSemy“. Davor war er unter anderem Vertretungsprofessor an der Universität Bielefeld, leitender Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig und am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena, wo er ebenfalls eine ERC-geförderte Forschungsgruppe zum computergestützten Sprachvergleich leitete. Er promovierte an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf und schrieb seine Habilitation an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Prof. Dr. Joscha Prochno

forscht zu Funktionalanalysis, Geometrie und Wahrscheinlichkeitstheorie

Wie verhalten sich geometrische Strukturen, wenn die Raumdimension gegen unendlich strebt? 

Wie verhalten sich geometrische Strukturen, wenn die Raumdimension gegen unendlich strebt? 

Prof. Dr. Joscha Prochno promovierte 2011 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wo er zuvor auch sein Diplom erwarb. Seine akademische Laufbahn brachte ihn an die University of Alberta (Kanada), an die Johannes-Kepler-Universität Linz (Österreich), an die University of Hull (England) und an die Karl-Franzens-Universität in Graz (Österreich). Seit April 2021 ist er Professor an der Universität Passau und Inhaber des Lehrstuhls für Funktionalanalysis. Prof. Dr. Prochno ist außerdem Mitherausgeber der Zeitschriften Mathematische Nachrichten und Journal of Complexity. Im Jahr 2021 wurde Prof. Prochno der höchste österreichische Mathematikpreis verliehen.

Prof. Dr.-Ing. Stefanie Scherzinger

forscht zur Strukturierung großer Datenmengen

Wie lässt sich in großen Datenmengen Ordnung schaffen?

Wie lässt sich in großen Datenmengen Ordnung schaffen?

Prof. Dr.-Ing. Stefanie Scherzinger hat den Lehrstuhl für Skalierbare Datenbanksysteme an der Universität Passau inne. Ihre akademische Laufbahn begann ebenfalls in Passau, wo sie Informatik studierte. Nach Stationen in der Praxis als Software-Entwicklerin bei IBM und Google war sie acht Jahre als Professorin an der OTH Regensburg tätig, bevor sie im April 2020 den Ruf an die Universität Passau erhielt.

Prof. Dr. Katzenbeisser kandidiert für das Fachkollegium 4.43 Informatik (Fach: Sicherheit und Verlässlichkeit, Betriebs-, Kommunikations- und verteilte Systeme) ebenso wie Prof. Dr. Scherzinger (Fach: Datenmanagement, datenintensive Systeme, Informatik-Methoden in der Wirtschaftsinformatik); Prof. Dr. Prochno kandidiert für 3.31 Mathematik. Zur Kandidatur steht auch Prof. Dr. List - und zwar für das Fachkollegium 1.14 Sprachwissenschaften (Fach: 1.14-01 Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen). Er hat sich für das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI EVA), Abteilung für Sprach- und Kulturevolution, Leipzig aufstellen lassen.

Die Kandidatinnen und Kandidaten können unabhängig von der eigenen Fachzugehörigkeit gewählt werden. Prof. Dr. Häussler dazu: "Ich freue mich, dass wir solch herausragende Wissenschaftler auf der Kandidierendenliste haben. Ihre Wahl in die Fachkollegien wäre sicherlich eine große Bereicherung für die Universität Passau.“

Wer darf wählen?

Zu den ungefähr 150 000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die derzeit wahlberechtigt sind, gehören:

  • Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die vor dem ersten Tag der Wahlfrist erfolgreich die mündliche Doktorprüfung abgelegt haben sowie
  • Professorinnen und Professoren (einschließlich Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren),

wenn sie am ersten Tag der Wahlfrist eine nicht auf diesen Tag beschränkte wissenschaftlich forschende Tätigkeit ausüben.

Darüber hinaus ist die Zugehörigkeit zu einer Wahlstelle erforderlich. Die Universität Passau hat eine solche eingerichtet: Zuständig ist Julia Maly, Betreuerin der Wahlstelle im Referat Nationale Forschungsprogramme in der Abteilung Forschungsförderung an der Universität Passau.

Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage der DFG oder auf der Webseite der Abteilung Forschungsförderung.

Wie wird gewählt?

Die Wahl erfolgt online vom 23. Oktober, 14 Uhr, bis 20. November, 14 Uhr.

Jede wahlberechtigte Person hat sechs Stimmen. Sie kann einer oder einem Kandidierenden bis zu drei Stimmen geben. Die Stimmen können auf Kandidierende aus unterschiedlichen Fachkollegien aufgeteilt werden, dabei können Wählende unabhängig von der eigenen Fachbereichszugehörigkeit stimmen.

Die persönlichen Zugangsdaten erhalten wahlberechtigte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern rechtzeitig vor der Wahl als Brief. Die jeweilige Wahlstelle erfasst die Wahlberechtigten und übersendet die Wahlunterlagen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Julia Maly, Abteilung Forschungsförderung an der Universität Passau.

Erklärvideo der DFG

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