"Die Vielzahl an Quellen im Internet und in den sozialen Netzwerken macht es für die Menschen zunehmend schwierig, die Qualität der Information einzuschätzen und harte Fakten von „Fake News“ unterscheiden zu können. Im so genannten postfaktischen Zeitalter werden seit einigen Jahren Tatsachen und Meinungen eingeebnet, Unwahrheit und Lüge sind unterdessen in allen politischen Systemen strukturell salonfähig gemacht worden. Ich beschäftige mich in unterschiedlichen Projekten mit den Bedingungen und Folgen der Desinformation und gehe der Frage nach, welche Konsequenzen das nachlassende Wissen über professionellen redaktionellen Journalismus und dessen Leistungen für das Ökosystem der gesellschaftlichen Kommunikation und die Funktionsfähigkeit von Demokratie hat. Dabei beobachte ich sowohl die Urheber der Desinformation als auch die Seite der Nutzenden, ohne dabei den redaktionellen Wandel und die neuen, zentralen Themensteuerungssysteme im Journalismus aus dem Blick zu verlieren."
Zu den Forschungsschwerpunkten von Prof. Ralf Hohlfeld zählen empirische Journalismusforschung, Medienwandel und Desinformation in der digitalen Gesellschaft. In der Talksendung SWR1-Leute gibt Prof. Dr. Hohlfeld Einblicke in seine Forschung.