"Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr nur ein technisches Werkzeug – sie entscheidet mit, schreibt mit, gestaltet mit. Mich treibt die Frage um, was das mit den Menschen macht, die mit ihr zusammenarbeiten: Wie verändern sich ihre berufliche Identität, ihre Kreativität, ihr Antrieb, eigene Ideen einzubringen, und ihr Sinnempfinden? Und was passiert dabei in Teams und Organisationen?
Diese Fragen wurzeln in meiner doppelten Ausbildung in Betriebswirtschaftslehre und Positiver Psychologie – einer Kombination, die ökonomische Logik und menschliches Erleben verbindet. Konkret untersuche ich verschiedene Ausprägungen der KI: diskriminative Systeme, die etwa Bewerbungen oder Kreditanträge bewerten, generative KI, die selbst Texte, Bilder und Argumente formuliert, und zunehmend auch KI-Agenten, deren Opazität und autonomes Handeln den generativen Antrieb des Menschen herausfordern. Alle drei erzeugen Spannungen – zwischen Mensch und Maschine, in Teams und im Verhältnis von eigener Expertise zu algorithmischer Empfehlung und Handlung. KI ist für mich zugleich Forschungsgegenstand und Forschungswerkzeug: Wir nutzen sie auch zur Datenanalyse, um zu verstehen, wo ihre Stärken und Grenzen für die Wissenschaft liegen.
Besonders inspirieren mich Projekte, die diesen Wandel praktisch werden lassen – etwa unser IT-Trainingsprogramm in Ruanda, durch das junge Menschen zu Intermediate Programmern ausgebildet werden und in internationalen Projekten auf Augenhöhe mitarbeiten.
Vom interdisziplinären Austausch in Passau – mit Informatik, Psychologie, Recht und Ethik – profitiere ich dabei enorm."
Das Team um Prof. Dr. Fiedler forscht auf den Gebieten Management, Personal und Information. Besondere Schwerpunkte liegen im Bereich Organisationalen Verhaltens, der Entwicklung von organisatorischen Strukturen und Fähigkeiten sowie von Informations- und Kommunikationstechnologien. Mehr zur Forschung am Lehrstuhl für BWL mit Schwerpunkt Management, Personal und Information
Beispiele für Studien: