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Cash for work I - Öffentliche Beschäftigungsprogramme in Entwicklungsländern

Cash for work I - Öffentliche Beschäftigungsprogramme in Entwicklungsländern

Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Michael Grimm untersucht die Effizienz von öffentlichen Beschäftigungsprogrammen in Entwicklungsländern. In der ersten Projektphase wurde untersucht, was über die Erfolgsfaktoren solcher Programme in Afrika und im Nahen Osten. Wissenslücken wurden identifiziert und mit dem Aufbau einer Datengrundlage begonnen, um diese zu schließen, wobei Malawi als Fallstudie dient.

Beschäftigungsprogramme sind in der Entwicklungszusammenarbeit recht beliebt: Sie schaffen Arbeitsplätze und öffentliche Güter wie Bewässerungssysteme, Brunnen, Straßen und Brücken, steigern die Produktivität und sorgen für wirtschaftliches Wachstum - so zumindest die Meinung von vielen Regierungen in Entwicklungsländern und Teilen der Gebergemeinschaft. Des Weiteren versprechen sich die deutsche Regierung und andere von solchen Programmen, dass sie ein geeignetes Instrument bei der Bekämpfung von Fluchtursachen sind. Die großangelegten „Cash-for-Work"-Programme in Syriens Anrainerstaaten sind ein Beispiel hierfür.

Wirkung der Programme kaum erforscht

Die tatsächliche Wirkung öffentlicher Beschäftigungsprogramme ist bisher jedoch kaum erforscht wie eine systematische Auswertung der wenigen bislang existierenden Studien durch das Forschungsteam gezeigt hat. Das Fazit der Auswertung ist, dass die Programme nicht per se unwirksam sind, sondern, dass es positive aber auch negative Beispiele gibt. Es gilt also genauer herauszufinden, was die spezifischen Erfolgsfaktoren sind. Das geht nur zu einem geringen Maße aus den existierenden Studien hervor. Das Team um Prof. Dr. Michael Grimm, Inhaber des Lehrstuhls für Development Economics an der Universität Passau, arbeitet nun daran, einige der identifizierten Forschungslücken zu schließen.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) förderte den ersten Projektabschnitt. Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt Mittel für die zweite, auf der ersten aufbauende Projektphase bereit. Die Forschung wird durchgeführt von Prof. Michael Grimm und Stefan Beierl. Sie findet in Malawi statt, wo sie mit dem örtlichen Personal des „Social Protection"-Programms der GIZ zusammenarbeiten. Die wesentlichen Beiträge der ersten Projektphase waren im Speziellen:

  • Eine systematische Auswertung der rigorosen Evidenz hinsichtlich der Effekte öffentlicher Beschäftigungsprogramme in Afrika und dem Nahen Osten
  • Ein ergänzender Bericht dazu, welche Implementierungsmodalitäten - und Schwachstellen die Programmeffekte beeinflussen
  • Eine Evaluierungsstrategie für ein Pilotprojekt des „Social Protection"-Programms der GIZ in Malawi. Das Ziel dieses Projektes ist es zu untersuchen, ob und wie die Wirkungen öffentlicher Beschäftigungsprogramme verstärkt werden können, wenn auf allen Ebenen ein starker Fokus auf Kapazitätenentwicklung gelegt wird, um einen integrierten Wassereinzugsbereichs-Managementansatz zu implementieren. Um dies zu analysieren wurden Baseline-Haushaltsdaten vor Projektbeginn Anfang 2017 gesammelt und eine qualitative Folgeuntersuchung findet Anfang 2018 statt. In der zweiten Phase folgen weitere qualitative und quantitative Untersuchungen.
  • Eine Untersuchung der Effekte von Malawis größtem und ältesten „Public Works"-Programm basierend auf der Analyse verfügbarer Paneldaten für die Jahre 2010 und 2013

Im Bild: Ein Forscher informiert die Dorfbewohner über die Evaluierung

Projektleitung an der Universität PassauProf. Dr. Michael Grimm (Lehrstuhl für Development Economics)
Laufzeit01.09.2016 - 31.12.2017
Mittelgeber
BMZ - Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
BMZ - Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
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