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BMBF-Teilprojekt "Diktatur und Gewissen" erforscht Verfolgung in der DDR

BMBF-Teilprojekt "Diktatur und Gewissen" erforscht Verfolgung in der DDR

Das BMBF-geförderte Forschungsprojekt "Landschaften der Verfolgung" erarbeitet eine Datenbank nach dem Muster der Holocaust-Opfer-Datenbank der Gedenkstätte Yad Vashem. Damit können erstmals exakte Aussagen zur Gesamtzahl der politischen Häftlinge und der aus politischen Gründen Getöteten, Deportierten und Verletzten in SBZ und DDR getroffen werden.


Das Passauer Teilprojekt "Diktatur und Gewissen" untersucht auf der Basis des im Modul I erhobenen Datenmaterials die Ideenwelten von Verfolgten und Verfolgern. Geklärt werden soll, was die mit der Durchführung der Repression beauftragten Institutionen motivierte und welche Rolle dabei die kommunistische Ideologie spielte.

Ein weiteres Themenfeld ist, wie die Ausführenden ihre Handlungen vor sich selbst und vor ihrer Umgebung legitimierten. Analog werden die Verfolgten erforscht, deren Motivation oftmals nur durch die Interpretation (halb-)öffentlicher Selbstzeugnisse erschlossen worden ist.


Geklärt werden soll, welche tieferliegenden Motive sie veranlassten, einen anderen Weg als die Mehrheitsgesellschaft einzuschlagen und welche Faktoren - individuelle Wertvorstellungen, religiöse Überzeugungen, aus dem Westen entlehnte Ziele, soziales Umfeld, Erfahrungen mit dem Alltag der sozialistischen Gesellschaft - dafür prägend waren.

 

Beteiligte am Verbund und Leitung des Passauer Teilprojekts

 

Sprecher des Forschungsverbunds ist Prof. Dr. Jörg Baberowski, Inhaber des Lehrstuhls für die Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin. Prof. Dr. Barbara Zehnpfennig, Inhaberin der Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Passau, leitet das Teilprojekt "Diktatur und Gewissen". Beteiligt an dem Vorhaben sind außerdem die Gedenkstätte Hohenschönhausen, die bei der Erstellung der Datenbank federführend ist, das Menschenrechtszentrum Cottbus, die Robert-Havemann-Gesellschaft und die Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam. Teil des Projekts sind darüber hinaus Prof. Dr. Johannes Weberling (Viadrina Frankfurt/Oder), Prof. Dr. Isabella Heuser und Prof. Dr. Stefan Röpke (beide Charité – Universitätsmedizin Berlin).

BMBF-gefördertes Verbundprojekt im Bereich DDR-Forschung


Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Verbundprojekt „Landschaften der Verfolgung“ (Förderkennzeichen: 01UJ1804EY) als eines von vierzehn Projekten, die sich mit der Geschichte der DDR auseinandersetzen sollen. Zu den zentralen Zielen dieser Forschungsinitiative zählt eine stärkere Verankerung der DDR-Forschung an den Hochschulen sowie die engere Vernetzung von (außer-)universitärer Forschung und Gedenkstätten. Auf diese Weise sollen Forschungsergebnisse einer interessierten Öffentlichkeit noch besser zugänglich gemacht werden.


Im Bild oben: Zellengang im Keller des ehemaligen Stasi-Gefängnisses in Berlin-Hohenschönhausen. Foto: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen/Gvoon

 

Projektleitung an der Universität Passau Prof. Dr. Barbara Zehnpfennig (Professur für Politikwissenschaft (Politische Theorie und Ideengeschichte))
Laufzeit 01.01.2019 - 31.12.2022
Mittelgeber
BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung
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