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"Digital Platform Ecosystems (DPE)" - Universität Passau erhält neues DFG-Graduiertenkolleg

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zur weiteren Stärkung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in frühen Karrierephasen 14 neue Graduiertenkollegs (GRK) ein – eines davon an der Universität Passau. Dies beschloss der zuständige Bewilligungsausschuss.

Das Graduiertenkolleg „Digital Platform Ecosystems“ bildet ab Oktober 2022 einen zentralen Ankerpunkt für die internationale und interdisziplinäre Spitzenforschung und wissenschaftliche Qualifizierung rund um ein Kernphänomen der digitalen Ökonomie und Gesellschaft.

Das Passauer Graduiertenkolleg „Digital Platform Ecosystems (DPE)“

Digitale Plattform-Ökosysteme bilden die Basis neuartiger daten- und wissensintensiver Geschäftsmodelle und sind ein Schlüsselphänomen der digitalen Ökonomie. Plattformen wie AirBnB, Amazon, Uber, Google oder Microsoft bilden solche digitalen Ökosysteme. „Welche besonderen Eigenschaften haben digitale Plattform-Ökosysteme und welche Implikationen ergeben sich daraus für den Wandel und die Gestaltung ökonomischer Wertschöpfung sowie für übergeordnete sozioökonomische und ordnungspolitische Entwicklungen?“ Diese Frage will das Graduiertenkolleg „Digital Platform Ecosystems (DPE) – Digitale plattformbasierte Wertschöpfung und ihre Implikationen für Datenaustausch, Organisation und sozioökonomische Entwicklung“ beantworten. 

Ab Oktober 2022 wird die DFG für viereinhalb Jahre zahlreiche Doktorandinnen und Doktoranden und auch Postdoktorandinnen und -doktoranden an der Universität Passau fördern (zur Stellenausschreibung). Angeleitet werden sie von neun Antragstellenden: Neben dem Sprecher Prof. Dr. Jan Krämer und dem stellvertretendem Sprecher Prof. Dr. Andreas König, die gemeinsam über drei Jahre das Graduiertenkolleg federführend geplant und angebahnt haben, sind dies Prof. Dr. Stefan Bauernschuster, Prof. Dr. Michael Grimm, Prof. Dr. Carolin Häussler, Prof. Dr. Hannah Schmid-Petri, Dr. Daniel Schnurr, Prof. Dr. Jan Schumann und Prof. Dr. Thomas Widjaja. 

Unser Ansatz ist wirklich einzigartig. Wir nähern uns digitalen Plattformen gemeinsam aus ganz verschiedenen Perspektiven: Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Kommunikationswissenschaft und nehmen dabei auch die gesellschaftlichen Herausforderungen und Chancen – für Industrieländer und Entwicklungsländer – ins Visier der Forschung."

Prof. Dr. Jan Krämer, Kollegsprecher

„Wir freuen uns sehr und sind sehr dankbar für diese Chance, Passau als Hub zur Forschung auf dem Gebiet Digitale Plattformen zu etablieren“ – so Prof. Dr. Jan Krämer. „Unser Ansatz ist wirklich einzigartig. Wir nähern uns digitalen Plattformen gemeinsam aus ganz verschiedenen Perspektiven: Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Kommunikationswissenschaft und nehmen dabei auch die gesellschaftlichen Herausforderungen und Chancen – für Industrieländer und Entwicklungsländer – ins Visier der Forschung. Eine solche übergreifende Perspektive wird seit langem gefordert, wurde aber so konsequent nie umgesetzt und gefördert. Das ist überraschend und problematisch zugleich, denn digitale Plattformen haben bereits heute eine ungeheure Auswirkung auf beinahe alle Wirtschaftsbereiche und umfassende gesellschaftliche Implikationen.“ 

„Wir werden nun erst einmal feiern – und dann sofort die Vorbereitungen beginnen, damit es im nächsten Jahr mit vollem Elan losgehen kann“, fügt Prof. Dr. Andreas König hinzu. „Wir möchten die Speerspitze kritisch denkender Promovendinnen und Promovenden für die Universität Passau gewinnen. Die Expertise, die wir vereinen, ist sicher attraktiv. Die großzügige Förderung wird es uns auch ermöglichen, besonders herausragende internationale Kolleginnen und Kollegen nach Passau einzuladen. So tragen wir gemeinsam weiter dazu bei, unsere Universität zu einem der führenden Forschungszentren zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung auszubauen.“ 

Präsident Prof. Dr. Ulrich Bartosch dankte allen am Antrag Beteiligten und betonte: „Der Zuschlag für das DFG-Graduiertenkolleg Digital Platform Ecosystems ist ein wunderbarer Erfolg für die Universität Passau insgesamt. Damit machen unsere Forscherinnen und Forscher Passau zum Hot-Spot für einen der wesentlichen Beschleunigungsprozesse wirtschaftlicher Entwicklung.“

„Die in diesem hochkompetitiven Verfahren zum Ausdruck gebrachte Forschungsexzellenz ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Universität“, freut sich auch Prof. Dr. Robert Obermaier, Vizepräsident für Forschung der Universität Passau. „Mein Dank und mein Glückwunsch gilt allen Beteiligten aus der Wissenschaft und der sie unterstützenden Verwaltung. Es war eine hervorragende Teamleistung. Und das Beste ist: wir können damit nun über mehrere Jahre exzellenten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern hervorragende Startbedingungen für eine wissenschaftliche Karriere bieten.“

Prof. Dr. Jan Schumann, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, an der acht der neun Antragstellenden beheimatet sind, betont: „Das Graduiertenkolleg ist großartig und zeigt, wie forschungsstark unsere Fakultät insgesamt ist. Die vielen interessanten Veranstaltungen und Doktorandenkurse werden die Forschung an der Fakultät in den nächsten Jahren sehr bereichern und weiter befeuern.“

Graduiertenkollegs bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren. Aktuell fördert die DFG insgesamt 218 GRK. Einen Überblick finden Sie auf der Website der Deutsche Forschungsgemeinschaft.

    Beteiligte Forscherinnen und Forscher

    Prof. Dr. Stefan Bauernschuster

    forscht zu empirischer Evaluation politischer Maßnahmen

    Wie beeinflussen politische Maßnahmen Entscheidungen von Individuen und Familien?

    @sbauernschuster

    Wie beeinflussen politische Maßnahmen Entscheidungen von Individuen und Familien?

    @sbauernschuster

    Prof. Dr. Stefan Bauernschuster ist seit 2013 Inhaber des Lehrstuhls für Public Economics an der Universität Passau sowie Projektleiter im DFG-Graduiertenkolleg 2720. Er ist Forschungsprofessor am ifo Institut München, Research Fellow des CESifo Netzwerks, Research Fellow des IZA Bonn und Mitglied des Ausschusses für Sozialpolitik beim Verein für Socialpolitik.

    Prof. Dr. Michael Grimm, Inhaber des Lehrstuhls für Development Economics

    Prof. Dr. Michael Grimm

    forscht unter anderem zum technologischen Wandel in Entwicklungsländern

    Welche Maßnahmen ermöglichen Entwicklungsländern Teilhabe an größeren internationalen Marktprozessen?

    Welche Maßnahmen ermöglichen Entwicklungsländern Teilhabe an größeren internationalen Marktprozessen?

    Prof. Dr. Michael Grimm ist Inhaber des Lehrstuhls für Development Economics an der Universität Passau und Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sowie Projektleiter im DFG-Graduiertenkolleg 2720. Darüber hinaus ist er Vorsitzender des Entwicklungsökonomischen Ausschusses des Vereins für Socialpolitik. Zuvor arbeitete der Ökonom unter anderem als  Professor für Applied Development Economics an der Erasmus Universität Rotterdam, als Gastprofessor an der Paris School of Economics sowie als Berater bei der Weltbank in Washington D.C., USA.

    Prof. Dr. Carolin Häussler

    Prof. Dr. Carolin Häussler

    forscht zu Zusammenarbeit und Innovation

    Wie können wir die Innovationskraft fluider Organisationen nutzen und stärken?

    @CaroHaeussler

    Wie können wir die Innovationskraft fluider Organisationen nutzen und stärken?

    @CaroHaeussler

    Prof. Dr. Carolin Häussler ist seit 2011 Inhaberin des Lehrstuhls für Organisation, Technologiemanagement und Entrepreneurship und DFG-Vertrauensdozentin an der Universität Passau. Sie ist außerdem Projektleiter im DFG-Graduiertenkolleg 2720: "Digital Platform Ecosystems (DPE)" an der Universität Passau. Sie ist Mitglied der Expertenkommission Forschung und Innovation der Bundesregierung. Mit dem International Center for Economics and Business Studies lockt sie Forscherinnen und Forscher aus aller Welt nach Passau.

    Prof. Dr. Andreas König

    Prof. Dr. Andreas König

    forscht zu organisationalem Wandel und Kommunikation von Führungskräften

    Wie reagieren etablierte Organisationen und deren Führungskräfte auf digitale Transformation?

    Wie reagieren etablierte Organisationen und deren Führungskräfte auf digitale Transformation?

    Prof. Dr. Andreas König ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Strategisches Management, Innovation und Entrepreneurship sowie Sprecher des DFG-Graduiertenkolleg 2720: "Digital Platform Ecosystems (DPE)" an der Universität Passau. Seine Forschungsergebnisse werden in weltweit führenden wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht, darunter das Administrative Science Quarterly, der Academy of Management Review und Research Policy.

    Prof. Dr. Jan Krämer

    Prof. Dr. Jan Krämer

    forscht zur Plattform-Ökonomie und zur Regulierung des Internets

    Welche Rahmenbedingungen schaffen Wettbewerb und Innovation im Internet?

    @kraemer_

    Welche Rahmenbedingungen schaffen Wettbewerb und Innovation im Internet?

    @kraemer_

    Prof. Dr. Jan Krämer ist Inhaber des Lehrstuhls für Internet- und Telekommunikationswirtschaft und Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs 2720: "Digital Platform Ecosystems (DPE)" an der Universität Passau. Er ist zudem Joint Academic Director am „Centre on Regulation in Europe“ (CERRE), einem Think Tank mit Sitz in Brüssel. 

    Prof. Dr. Hannah Schmid-Petri, Inhaberin des Lehrstuhls für Wissenschaftskommunikation an der Universität Passau.

    Prof. Dr. Hannah Schmid-Petri

    forscht zu öffentlichen Debatten - online wie offline

    Wie werden Themen der Digitalisierung öffentlich diskutiert und welche Folgen hat das für politische Prozesse?

    Wie werden Themen der Digitalisierung öffentlich diskutiert und welche Folgen hat das für politische Prozesse?

    Prof. Dr. Hannah Schmid-Petri ist Inhaberin des Lehrstuhls für Wissenschaftskommunikation an der Universität Passau und leitet die Fraunhofer-Forschungsgruppe „Wissenschaftskommunikation“, die in dem Fraunhofer-Cluster of Excellence „Integrated Energy Systems“ CINES angesiedelt ist. Außerdem ist sie Projektleiterin im DFG-Graduiertenkolleg 2720. Sie analysiert öffentliche Diskussionen zu politischen Themen wie beispielsweise zu Digitalisierung oder zum Klimawandel.

    Portrait von Dr. Daniel Schnurr, Leiter der Forschungsgruppe Data Policies

    Dr. Daniel Schnurr

    forscht zur Regulierung von Daten in digitalen Märkten

    Wie sollte der Zugang zu Daten mit Blick auf technische, ökonomische und regulatorische Aspekte gestaltet werden?

    @daniel_schnurr

    Wie sollte der Zugang zu Daten mit Blick auf technische, ökonomische und regulatorische Aspekte gestaltet werden?

    @daniel_schnurr

    Daniel Schnurr leitet die Forschungsgruppe Data Policies an der Universität Passau. Er promovierte im Fachgebiet Wirtschaftsinformatik am Karlsruher Institut für Technologie, an dem er zuvor Informationswirtschaft (B.Sc. & M.Sc.) studierte. Er ist Leiter des Forschungsprojekts „Data Neutrality & Open Access: Coherent Economic Policies for the Digital Economy“, das durch das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation koordiniert wird. Seine aktuellen Forschungsinteressen umfassen digitale Plattformen, das Teilen von Daten und den Wettbewerb mit künstlicher Intelligenz.

    Professor Jan Schumann

    Prof. Dr. Jan Hendrik Schumann

    forscht zu Konsumentenverhalten in B2C-Beziehungen

    Was macht es mit Menschen, wenn Firmen deren Daten weitergeben?

    Was macht es mit Menschen, wenn Firmen deren Daten weitergeben?

    Prof. Dr. Jan Hendrik Schumann ist seit 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Marketing und Innovation an der Universität Passau. Außerdem ist er Projektleiter im DFG-Graduiertenkolleg 2720. Seit Juli 2013 ist er zudem einer der Direktoren des Instituts für Markt- und Wirtschaftsforschung.

    Professor Thomas Widjaja

    Prof. Dr. Thomas Widjaja

    forscht zu IT-Architekturmanagement, datenbasierten Geschäftsmodellen und Privatsphäre

    Was verändert sich, wenn Firmen neue Dienstleistungen mit Kundendaten entwickeln?

    Was verändert sich, wenn Firmen neue Dienstleistungen mit Kundendaten entwickeln?

    Prof. Dr. Thomas Widjaja ist seit 2016 Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Betriebliche Informationssysteme an der Universität Passau. Außerdem ist er Projektleiter im DFG-Graduiertenkolleg 2720. Er promovierte und habilitierte an der Technischen Universität Darmstadt.

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