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DFG-Forschungsgruppe 5234/2: Wieviel Wettbewerb verträgt die Wissenschaft?

DFG-Forschungsgruppe 5234/2: Wieviel Wettbewerb verträgt die Wissenschaft?

Welche Rolle spielt Wettbewerb bei herausragenden wissenschaftlichen Entdeckungen? Die Innovationsforscherin Prof. Dr. Carolin Häussler von der Universität Passau leitet ein Teilprojekt in der DFG-Forschungsgruppe „Multipler Wettbewerb im Hochschulsystem“. Koordiniert wird die Gruppe vom International Center for Higher Education Research (INCHER) an der Universität Kassel.

Wettbewerb belebt das Geschäft und gilt auch in der Wissenschaft als treibende Kraft. So zeigen Studien, dass hochwertige Publikationen bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance auf eine Festanstellung um bis zu 15 Prozent erhöhen. Andererseits zeigen Studien auch, dass Wettbewerb den Wissensaustausch behindert. Insbesondere in den vergangenen Jahren hat sich der Kampf um Fördermittel, Reputation und die besten Köpfe verschärft. Wie wirkt sich das auf die Wissenschaft aus? Wie steht dies insbesondere im Zusammenhang mit großen wissenschaftlichen Entdeckungen? Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Team unter der Leitung der Innovationsforscherin Prof. Dr. Carolin Häussler von der Universität Passau. Ihr Vorhaben ist ein Teilprojekt der DFG-Forschungsgruppe 5234/2 „Multipler Wettbewerb im Hochschulsystem: Internationalisierung und internationaler Vergleich“. Koordiniert wird die Gruppe vom International Center for Higher Education Research (INCHER) an der Universität Kassel. 

Das Passauer Forschungsteam nimmt in dem Projekt die Auswirkungen des Wettbewerbs auf die wissenschaftliche „Produktionsfunktion“ in den Blick. Im Fokus steht dabei, wie die vielfältigen Formen des Wettbewerbs das Verhalten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und somit den Fortschritt in der Wissenschaft beeinflussen. „Wir schauen uns auf Ebene der einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, wie sich der Wettbewerb auf die Auswahl der Forschungsprojekte, die Art der Forschung und die Interaktionen der Forschenden innerhalb und über Organisationsgrenzen hinweg auswirkt“, erklärt Prof. Dr. Häussler. Da sich wissenschaftlicher Wettbewerb und Anreizsysteme zwischen Ländern unterscheiden, nimmt das Projekt auch eine internationale Perspektive ein. 

Basierend auf einer groß angelegten Befragung deutscher und US-amerikanischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersucht das Forschungsteam verschiedene  Dimensionen des wahrgenommenen Wettbewerbs, wie beispielsweise um Reputation und Ressourcen, und setzt diese in Bezug zum jeweiligen Erfolg. Das Team um Prof. Dr. Häussler wertet zudem detaillierte Informationen über Merkmale und Interaktionen in der Wissenschaft aus. Kooperationspartnerin im Projekt ist Maria P. Roche, eine Alumna der Universität Passau, die jetzt an der Harvard Business School forscht.

Über die DFG-Forschungsgruppe „Multipler Wettbewerb im Hochschulsystem“

Das Teilprojekt von Prof. Dr. Häussler hat den Titel: „Multipler Wettbewerb in der Wissenschaft – Auswirkungen auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie auf die wissenschaftliche Produktionsfunktion innerhalb und zwischen Fachgebieten.“ Es ist eines von insgesamt neun Teilprojekten der Forschungsgruppe „Multipler Wettbewerb im Hochschulsystem“, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert. Die Gruppe um den Kasseler Soziologen und Hochschulforscher Prof. Dr. Georg Krücken hat sich zum Ziel gesetzt,  mittels soziologischer und wirtschaftswissenschaftlicher Zugänge zu einem umfassenden Verständnis des multiplen Wettbewerbs im Hochschulsystem beizutragen. In der zweiten Förderphase richtet die Gruppe den Blick stärker auf multiplen Wettbewerb im Zusammenhang mit Internationalisierung im deutschen Hochschulsystem und im internationalen Vergleich. Das Team der interdisziplinären Forschungsgruppe besteht aus zwölf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Soziologie, der Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre. Beteiligt sind neben der Universität Passau die Humboldt-Universität zu Berlin, die Universität Bremen, die Leibniz Universität Hannover, die Technische Universität Ilmenau, die Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Universität Hamburg. Die zweite Phase der DFG-Forschungsgruppe hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Über Prof. Dr. Häussler

Prof. Dr. Carolin Häussler hat an der Universität Passau den Lehrstuhl für BWL mit Schwerpunkt Organisation, Technologiemanagement und Entrepreneurship inne. Sie ist DFG-Vertrauensdozentin an der Universität Passau und Projektleiterin im DFG-Graduiertenkolleg 2720: „Digital Platform Ecosystems“. Außerdem ist sie eine der Innovationsweisen der Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI), die die Bundesregierung berät.

In der DFG-Forschungsgruppe sind folgende Stellen zu besetzen:

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in

Postdoc 

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