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Große Aufgaben für die klugen Köpfe von morgen

Klimaexperte Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber motiviert bei der Preisverleihung der bayerischen Landesrunde der Mathe-Olympiade an der Universität Passau die Schülerinnen und Schüler, in Sachen Klimaschutz aktiv zu werden. Von Nicola Jacobi

In ihren Köpfen entstehen die Ideen und Strategien der Zukunft, sie sind die besten Mathematikschülerinnen und -schüler ihrer Schule und die besten Bayerns. Bei der Landesrunde der 59. Mathematik-Olympiade, die vom 21. bis 23. Februar wieder an der Universität Passau stattfand, haben sie das eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zu den Gratulanten am Sonntag bei der Preisverleihung gab sich diesmal ein besonderer Gast die Ehre: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber, selbst Physiker und einer der bekanntesten deutschen Klimaforscher.

Der gebürtige Ortenburger Schellnhuber, Direktor Emeritus des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und weltweit anerkannter Experte, gratulierte den Schülerinnen und Schülern und forderte sie in seinem Vortrag „Die Klimakrise überlisten“ auf, aktiv zu werden, sich zu engagieren, Wissen aufzubauen und ihr Potenzial einzusetzen, um der Klimakrise mit kreativen Ideen entgegen zu steuern.

Wir wollen diejenigen Schülerinnen und Schüler erreichen, die in den MINT-Fächern besonders gut sind und die mehr Input brauchen, als sie in der Schule bekommen

Dr. Erich Fuchs, Geschäftsführer des FORWISS-Instituts, Universität Passau

Die Mathe-Olympiade
Insgesamt etwa 2200 Schülerinnen und Schüler haben an der diesjährigen Mathe-Olympiade an der zweiten Runde allein in Bayern teilgenommen. Bereits seit November 2019 sind die jungen Nachwuchsdenkerinnen und -denker am Arbeiten, denn der Wettbewerb gliedert sich in mehrere Stufen. Die Besten der Jahrgangsstufen 7 bis 12, insgesamt 212 Schülerinnen und Schüler aus 122 bayerischen Gymnasien, wurden schließlich nach Passau eingeladen, um dort bei der zentralen Landesrunde dabei zu sein. 

An den zwei Tagen der Landesrunde am 21. und 22. Februar 2020 hieß es dann noch einmal für alle: denken, rechnen, beweisen. In jeweils vierstündigen Klausuren lösten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anspruchsvolle mathematische Aufgaben aus den Bereichen Geometrie, Algebra und Kombinatorik. Mit Erfolg: Die Hälfte von ihnen wurde mit einem ersten, zweiten oder dritten Preis belohnt. Die 40 Besten der Landesrunde in Passau qualifizierten sich für ein viertägiges Auswahlseminar, auf dem dann 15 ausgewählt werden, um Bayern bei der Bundesrunde zu vertreten.

Hauptorganisator ist der Verein Mathematik-Olympiaden e.V., der für diesen jährlich in ganz Deutschland stattfindenden Wettbewerb verantwortlich zeichnet. Der Verein Mathematik-Olympiaden in Bayern e.V. kümmert sich um die ersten drei Stufen des Wettbewerbs in Bayern und richtet insbesondere eine zentrale Landesrunde aus, die abwechselnd an den Universitäten in Passau und Würzburg stattfindet. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Mathematikbegabung von Schülerinnen und Schülern zu fördern.

„Wir wollen diejenigen Schülerinnen und Schüler erreichen, die in den MINT-Fächern besonders gut sind und die mehr Input brauchen, als sie in der Schule bekommen“, sagt auch Dr. Erich Fuchs, Hauptorganisator der Veranstaltung und Geschäftsführer des FORWISS-Instituts an der Uni Passau. „Für uns an der Fakultät für Informatik und Mathematik ist die Mathe-Olympiade aber auch eine Möglichkeit, den Studierenden der Zukunft die Universität Passau zu zeigen.“ Inzwischen hat Fuchs ein großes, gut funktionierendes Netzwerk mit Beteiligten aus der Universität, den umliegenden Schulen und regionalen Unternehmen aufgebaut, das es ermöglicht, die Landesrunde alle zwei Jahre zu koordinieren. 

Das Klima der Erde ist eines der komplexesten Systeme, die es gibt. Man muss Mathematik anwenden, um dieses komplexe System zu verstehen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber, Physiker und Klimaforscher

Klimaschutz und Mathematik

Ziel der Veranstaltung ist es nicht nur, den besonders begabten jungen Menschen Aufgaben zu stellen und ihr mathematisches Wissen zu testen. Es geht vor allem auch darum, die klugen Köpfe von morgen dazu zu animieren, Verantwortung zu übernehmen – auch über die Wissenschaft hinaus. Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber tat das bei der Siegerehrung sehr eindringlich, indem er den Zusammenhang zwischen Mathematik und Klimaschutz erklärte: „Das Klima der Erde ist eines der komplexesten Systeme, die es gibt. Man muss Mathematik anwenden, um dieses komplexe System zu verstehen. Der Klimawandel wird die Lebensbedingungen verändern. Ihr, die jungen Menschen, seid wichtig. Ihr seid die Leidtragenden einerseits, aber ihr seid auch diejenigen, die das Potenzial haben, kreative Lösungen dafür zu finden.“

Nicola Jacobi ist Mitarbeiterin im Bereich Wissenschaftskommunikation im Hochschulverbund Transfer und Innovation Ostbayern (TRIO).

 

Mehr Infos:

MOBy e.V. (kurz für "Mathematik-Olympiade in Bayern")

Mathematik Olympiaden in Deutschland

Mathe-Olympiade an der Universität Passau